Zwergbartagame – Steckbrief, Wissenswertes und alles Wichtige zu Haltung und Pflege von Pogona henrylawsoni

Die Zwergbartagame zählt inzwischen zu den beliebtesten Reptilien im Bereich der Terraristik. Das liegt nicht zuletzt auch an ihrer geringen Körpergröße und den vergleichsweise einsteigerfreundlichen Anforderungen bezüglich ihrer Haltung. In diesem Artikel möchten wir die kleine Bartagamen-Art mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Pogona henrylawsoni genauer vorstellen und Tipps für eine möglichst artgerechte Haltung geben.

Inhaltsübersicht

Steckbrief: Zwergbartagame

Zwergbartagamen-Steckbrief
Wissenschaftliche Bezeichnung Pogona henrylawsoni
Englische Bezeichnungen Rankin’s Dragon, Pygmy Bearded Dragon
Klasse Reptilien (Reptilia)
Ordnung Schuppenkriechtiere (Squamata)
Familie Agamen (Agamidae)
Gattung Bartagamen (Pogona)
Verbreitungsgebiet Queensland (Australien)
Lebensraum Halbwüsten und Savannen
Lebenserwartung etwa 10 bis 15 Jahre
Kopf-Rumpf-Länge bis etwa 15 Zentimeter
Gewicht etwa 80 bis 200 Gramm
Ernährung Allesfresser (60 % pflanzliche Kost, 40 % Insekten)
Fressfeinde
  • Kookaburra (Dacelo novaeguineae)
  • Spencers Waran (Varanus spenceri)
  • Schwarzotter (Pseudechis colletti)
Aktivität tagaktiv
Haltung Einzelhaltung (Gruppenhaltung möglich)
Winterruhe 6 bis 12 Wochen
Geschlechtsreife ab 9 Monaten
Gelegegröße etwa 5 bis 30 Eier
Inkubationszeit etwa 45 bis 60 Tage

Wissenswertes über Zwergbartagamen

Im folgenden Abschnitt möchten wir Zwergbartagamen mit ihren Besonderheiten und Eigenarten genauer vorstellen. Der wissenschaftliche Name der Reptilien (Pogona henrylawsoni) ist übrigens eine Hommage an den australischen Poeten Henry Lawson.

Pogona henrylawsoni vs. Pogona minor

Für etwas Verwirrung sorgt oft die Tatsache, dass die Westliche Bartagame, die aufgrund ihrer ebenfalls recht geringen Körpergröße den wissenschaftlichen Namen Pogona minor erhalten hat, gelegentlich fälschlicherweise auch als Zwergbartagame bezeichnet wird (Latein: minor = „kleiner“).

Mit einer Gesamtgröße von etwa 38 Zentimetern ist die Westliche Bartagame allerdings ein gutes Stück größer als die tatsächliche Zwergbartagame Pogona henrylawsoni. In diesem Artikel wird ausschließlich die Art Pogona henrylawsoni behandelt, die üblicherweise gemeint ist, wenn von Zwergbartagamen die Rede ist.

Verbreitungsgebiet

Ebenso wie die größeren Bartagamen leben Zwergbartagamen ausschließlich in Australien. Dort bewohnen sie im Bundesstaat Queensland die baumlosen Savannen- und Wüstensteppengebiete. Besonders wohl fühlt sich diese Bartagamen-Art auf felsigen Umgebungen mit extrem starker Sonneneinstrahlung.

Aussehen

Anders als herkömmliche Bartagamen erreichen Zwergbartagamen lediglich eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 15 Zentimetern. Ansonsten gibt es hinsichtlich des Aussehens allerdings kaum nennenswerten Unterschiede zu ihren größeren Verwandten. Lediglich die Rücken- und Flankenzeichnung fällt bei Zwergbartagamen heller aus.

Wer genauer hinsieht, erkennt außerdem, dass Zwergbartagamen keinen Bart haben und einen eher rundlichen als dreieckigen Kopf haben. Die Stacheln am Kopf sind weniger stark ausgeprägt. Ebenso charakteristisch für Zwergbartagamen sind ihre deutlich orangefarben erscheinenden Mundschleimhäute.

Sinnesleistungen

Die Augen und der Geruchssinn sind bei Pogona henrylawsoni besonders gut ausgeprägt, wodurch sie Beutetiere und Revier-Eindringlinge bereits von Weitem sehr gut erkennen können. Da bei Zwergbartagamen der äußere Gehörgang fehlt und das Trommelfell offen an den Seiten des Schädels liegt, ist der Hörsinn deutlich eingeschränkt und kann nur kleine Bereiche abdecken.

Lebensweise

Zwergbartagamen sind tagaktive Echsen mit einem ausgeprägten Territorialverhalten. Pogona henrylawsoni lebt in der Natur als scheuer Einzelgänger, der sich nur zur Paarung auf andere Artgenossen einlässt und ansonsten jegliche Revier-Eindringlinge bekämpft und vertreibt.

Als Ansitzjäger lauern Zwergbartagamen ihrer Beute geduldig auf, um dann im richtigen Moment zuzuschnappen. Dabei zeigt sich oftmals die beachtliche Agilität der Tiere, die bei der Jagd den ein oder anderen kurzen Sprint hinlegen oder sogar in die Luft springen.

Bei der Suche nach Grünfutter legen die Reptilien aber auch teils große Entfernungen zurück. Ansonsten findet man Zwergbartagamen in der Natur häufig sich auf Felsen sonnend vor. Die wechselwarmen Tiere sind zur Regulierung ihrer Körpertemperatur auf ausreichend Sonnenlicht angewiesen.

Ernährung

Zwergbartagamen zählen zu den sogenannten Omnivoren, also den Allesfressern. In ihrer natürlichen Umgebung ernähren sich die Echsen sowohl von allerlei Grünpflanzen als auch von Insekten wie Ameisen, Termiten oder Käfern.

Generell kann man sagen, dass Zwergbartagamen die tierische Nahrung in Form von Insekten bevorzugen, wenn sie die Wahl haben. Die freie Wildbahn ist jedoch kein Schlaraffenland, so dass die Echsen in der Natur schlicht auch auf pflanzliche Kost zurückgreifen müssen. Nicht zuletzt auch, weil sie ihren Flüssigkeitsbedarf zum Teil dadurch decken.

Weitere Informationen zur artgerechten Zwergbartagamen-Ernährung und eine detaillierte Futterliste findest du im Abschnitt "Futter".

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Zwergbartagamen hängt davon ab, ob die Tiere in freier Wildbahn oder in menschlicher Obhut im Terrarium leben. Während die Echsen in ihrem natürlichen Habitat aufgrund von Krankheiten, Fressfeinden und sonstigen Gefahren nur selten über sieben Jahre alt werden, erreichen sie als Haustiere ein Alter von bis zu 15 Jahren.

Geschlechtsreife

Mit einem knappen Jahr gelten Zwergbartagamen als ausgewachsen. Und auch erst dann sind sie geschlechtsreif. Allerdings sollten Weibchen erst ab einem Alter von zwei Jahren verpaart werden, da es ansonsten zu Mangelerscheinungen oder Totgeburten kommen kann.

Artgerechte Zwergbartagamen-Haltung

Das Ziel einer artgerechten Haltung ist immer, das Leben der Zwergbartagame in ihrem natürlichen Lebensraum bestmöglich auch auf das Leben in menschlicher Obhut zu übertragen. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die Tiere auch als Haustiere wohlfühlen können.

Einzelhaltung vs. Gruppenhaltung

Am Beginn der Zwergbartagamen-Haltung steht zunächst einmal die Frage, für welche Haltungsform man sich entscheidet. Grundsätzlich kommt für Zwergbartagamen sowohl die Einzelhaltung als auch eine Gruppenhaltung infrage.

Da Mitglieder von Pogona henrylawsoni in der Natur absolute Einzelgänger sind, die nur für die Paarung zusammenfinden, ist die Einzelhaltung der Reptilien problemlos möglich. Weil man dabei am wenigsten falsch machen kann, empfehlen wir gerade Einsteigern zunächst einmal die Einzelhaltung.

Generell besteht allerdings auch bei Zwergbartagamen die Möglichkeit einer Gruppenhaltung. Hierbei kommt der richtigen Gruppenzusammensetzung eine besondere Bedeutung zu. Da Zwergbartagamen-Männchen instinktiv um ihr Revier kämpfen, sind Männchengruppen in einem Terrarium keine gute Idee und auch nicht artgerecht.

Stattdessen sollte eine Zwergbartagamen-Gruppe, die in einem Terrarium gehalten wird, aus einem Männchen und mindestens zwei, besser drei Weibchen bestehen. Eine reine Paarhaltung ist hingegen nicht empfehlenswert, da das Männchen das Weibchen sonst permanent bedrängen würde.

Terrarium

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der artgerechten Zwergbartagamen-Haltung ist ein ausreichend dimensioniertes Terrarium. Als Halter sollte man stets bedenken, dass die Tiere ihr ganzes Leben in Gefangenschaft verbringen. Aus diesem Grund sollte ein Zwergbartagamen-Terrarium auch über eine Größe verfügen, die es den Reptilien erlaubt, sich in ihrem Zuhause auch wohl zu fühlen.

Das Mindestmaß für eine Zwergbartagame in Einzelhaltung beträgt 120 cm x 50 cm x 50 cm (Länge x Breite x Höhe). Bei einer Gruppenhaltung sollte die Grundfläche pro zusätzlichem Tier um etwa 15 Prozent größer ausfallen. Das Mindestmaß bei der Haltung von drei bis vier Zwergbartagamen beträgt folglich 150 cm x 80 cm x 50 cm.

Wichtig zu wissen ist an dieser Stelle, dass es sich bei den Mindestmaßen um die absolut untere Grenze handelt, ab der eine artgerechte Haltung überhaupt erst möglich wird. Grundsätzlich gilt jedoch, dass bei der Terrariengröße mehr immer besser ist. Wir empfehlen für die Einzelhaltung eher 150 cm x 60 cm x 60 cm und für die Gruppenhaltung 200 cm x 80 cm x 60 cm.

Einrichtung

Bei der Einrichtung des Terrariums sollte man sich nach den Bedürfnissen der Echsen richten und versuchen, ihr natürliches Habitat nachzubilden. Im ursprünglichen Verbreitungsgebiet sonnen sich die Tiere liebend gern auf Felserhöhungen. Erdspalten und eigene Baue dienen wiederum als Unterschlupf und Versteckmöglichkeit.

Rückwand

Eine strukturierte Rückwand erfüllt im Terrarium gleich mehrere Zwecke. Zum einen sorgt sie dafür, dass die Zwergbartagamen Klettermöglichkeiten und Aussichtspunkte erhalten. Zum anderen ist die Rückwand aber auch blickdicht, so dass die Tiere nicht sehen können, was in der Umgebung dahinter passiert. Dies hilft dabei, den Stress für die Echsen zu reduzieren.

Bodengrund

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Zwergbartagame ist die australische Steppe. Dort gibt es vornehmlich lehmig-sandigen Boden bis hin zur Schwarzerde. Der Bodengrund im Terrarium sollte sich daran orientieren. Als Bodensubstrat ist deshalb ein Lehm-Sand-Gemisch am besten geeignet.

In der Praxis hat sich das Mischen von handelsüblichen Spielsand (runde Körnung!) mit Lehmpulver oder Tonsubstrat als kostengünstigste und einfachste Lösung erwiesen. Zur Herstellung des Bodensubstrats werden sechs Teile Sand mit einem Teil Lehm vermischt (z.B. 6 Kg Sand + 1 Kg Lehm). Die Bodenschicht im Terrarium sollte etwa 20 cm hoch sein.

Dekoration

In Sachen Dekoration des Terrariums kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen. Die Dekoration sollte jedoch nicht nur optische Highlights schaffen, sondern ebenso auch funktional sein. Die australischen Steppengebiete sind vergleichsweise karg, das Terrarium sollte also nicht mit Deko überladen werden.

Korkäste, Obstbaumzweige oder Wurzeln laden zum Klettern ein und sind gleichzeitig eine Versteckmöglichkeit. Steine mit rauer Oberfläche sind gute Wärmespeicher und Liegeplätze und nutzen gleichzeitig auf natürlichem Wege die Krallen ab. Getrocknete Grasbüschel oder künstliche Terrarienpflanzen schaffen Rückzugsplätze.

Beleuchtung

Zwergbartagamen sind wechselwarme Tiere, die ihre Körpertemperatur über ihre Umgebung regulieren müssen. Zudem benötigen die Reptilien das passende Licht, damit sie das lebensnotwendige Vitamin D3 bilden und ihre Stoffwechselvorgänge aufrecht erhalten können. Die richtige Beleuchtung im Terrarium ist also von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit der Echsen.

Wärme

Die Temperaturen im Terrarium sollten sich so nah wie möglich an den Bedingungen in freier Wildbahn orientieren, da die Zwergbartagamen an diese perfekt angepasst sind. Da es in der australischen Steppe recht heiß ist, sollte die durchschnittliche Temperatur im heimischen Terrarium tagsüber ebenfalls etwa 30 °C betragen. Nachts sollte die Temperatur nicht unter 20 °C sinken.

Durch den Einsatz von speziellen Terrarienlampen oder herkömmlichen Spot-Strahlern (60 bis 120 Watt) muss im Terrarium zudem ein Sonnenplatz eingerichtet werden, an dem Temperaturen von 45 bis 55 °C erreicht werden. Da Zwergbartagamen wechselwarme Tiere sind, sind sie auf einen Sonnenplatz angewiesen, um ihre Körpertemperatur in den optimalen Bereich bringen zu können.

Ebenfalls wichtig ist jedoch, dass die Tiere sich bei Bedarf auch Abkühlen können. Für diesen Zweck sollte es im Terrarium auch kühlere Stellen geben. Auf diesen Abkühlplätzen sollte die Temperatur in einem Bereich von etwa 23 bis 25 °C liegen.

Licht

Wie bereits erwähnt, sind die richtigen Lichtverhältnisse enorm wichtig für die Gesundheit von Zwergbartagamen. So gilt es auch beim Licht, den natürlichen Lebensraum im heimischen Terrarium bestmöglich nachzubilden. Hierbei geht es vor allem um eine ausreichend hohe Lichtintensität und den richtigen UV-Licht-Anteil.

Herkömmliche Leuchtmittel oder gar Rotlichtlampen sind für eine Zwergbartagame ungeeignet, da sie nicht hell genug sind bzw. einen zu geringen UV-Licht-Anteil besitzen. Das Sonnenlicht unter freiem Himmel erreicht Beleuchtungsstärken von 100.000 Lux und mehr. Zum Vergleich: In einem normal beleuchteten Innenraum liegt diese bei unter 1.000 Lux.

Für das Zwergbartagamen-Terrarium sind also spezielle Leuchtmittel unabdingbar. Inzwischen gibt es diverse Hersteller, die Beleuchtungssysteme bzw. spezielle Leuchtmittel für die Reptilien-Haltung anbieten. Marktführer ist die Firma Lucky Reptile, die grundsätzlich empfehlenswert ist.

Die entsprechenden Metalldampflampen wie die „Lucky Reptile Bright Sun UV Desert“ verfügen sowohl über die richtige Farbtemperatur (etwa 5500 bis 7500 K), Beleuchtungsstärke (> 30.000 Lux bei 40 cm Abstand) als auch den richtigen UVB-Licht-Anteil. Für den Betrieb wird ein Vorschaltgerät benötigt.

Futter

Zwergbartagamen sind Allesfresser, die sich zu etwa gleichen Teilen von tierischer und pflanzlicher Kost ernähren. Lediglich in den ersten Lebensmonaten überwiegt der Anteil tierischer Nahrung deutlich, da der Eiweißbedarf während der Wachstumsphase besonders hoch ist.

Als Haustiere sind Zwergbartagamen auf ihr Terrarium beschränkt und deshalb deutlich weniger aktiv als in der Natur. Es ist deshalb besonders wichtig, dass man als Halter darauf achtet, dass der tierische Anteil des Futters nicht zu hoch ausfällt (< 60 %). Ansonsten ist Übergewicht, das sich langfristig negativ auf die Gesundheit auswirkt, vorprogrammiert.

Futterliste: Tierische Nahrung

  • Grillen
  • Heimchen
  • Heuschrecken
  • Mehlwürmer
  • Schaben
  • Wachsmotten
  • Zophobas

Futterliste: Pflanzliche Nahrung

  • Blätter: Apfelbaum, Birnenbaum, Brombeeren, Erdbeeren, Haselnussstrauch, Himbeeren, Johannisbeeren
  • Blumen (Blüten & Blätter): Gänseblümchen, Hornveilchen, Kornblume, Stiefmütterchen
  • Wildkräuter: Brennessel, Giersch, Kamille, Kapuzinerkresse, Klatschmohn, Klee, Löwenzahn, Spitzwegerich, Taubnessel, Vogelmiere, Wicke
  • Salate: Blattsalat, Chicoree, Eisbergsalat, Endivien, Lollo Rosso, Romanasalat, Rucula

Vitamine & Mineralien

Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, benötigen Zwergbartagamen regelmäßig ein Vitamin- bzw. Mineralstoffpräparat wie z.B. Korvimin oder Herpetal. Diese Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform müssen einmal wöchentlich über die Futtertiere gestreut werden, so dass sichergestellt ist, dass die Tiere die Präparate auch aufnehmen.

Winterruhe

Auch wenn Zwergbartagamen aus Nord-Ost-Australien stammen, das nicht gerade für seine harten Winter bekannt ist, so halten die wechselwarmen Echsen in freier Wildbahn eine Winterruhe. Diese ist wichtig für die Reptilien, da sie während dieser Zeit ihren Körper regenerieren und ihren Stoffwechsel quasi neustarten.

Die Winterruhe ist jedoch nicht mit dem Winterschlaf zu verwechseln, den andere Tierarten in der kalten Jahreszeit halten. Die etwa 6 bis 12 Wochen andauernde Winterruhe ist bei Zwergbartagamen in erster Linie durch ein Herunterfahren der Aktivität gekennzeichnet. Tatsächlich durchgeschlafen wird hingegen nicht.

Krankheiten

Grundsätzlich sind Zwergbartagamen recht robuste Haustiere. Leider können sie dennoch auch manchmal krank werden. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die meisten Krankheiten im Rahmen der Haustierhaltung durch Fehler des Halters und schlechte Haltungsbedingungen entstehen. In diesem Abschnitt listen wir häufige Zwergbartagamen-Krankheiten auf.

Atemwegserkrankungen

Probleme mit den Atemwegen sind eine häufige Krankheit bei Zwergbartagamen. Die Ursachen sind üblicherweise in falschen klimatischen Bedingungen (zu kalt, zu feucht oder zu schlecht belüftet) zu finden. Symptome sind ungewöhnliche Atemgeräusche und Husten, weit aufgerissene Mäuler, Schleim im Bereich von Nase oder Maul.

Hautprobleme

Hautprobleme in Form von entzündeten oder geröteten Stellen werden häufig durch Ektoparasiten wie Milben hervorgerufen. Von Milben befallene Zwergbartagamen zeigen Verhaltensauffälligkeiten und versuchen sich an Ecken und Kanten im Terrarium zu kratzen.

Ein Milbenbefall sollte unbedingt durch einen Tierarzt behandelt werden, da er sich langfristig negativ auf das Immunsystem der Zwergbartagamen auswirkt und dadurch häufig weitere Erkrankungen nach sich zieht.

Legenot

Als Legenot bezeichnet man es, wenn Zwergbartagamen ihre Eier nicht ablegen können. Für die Legenot kommen verschiedene Ursachen infrage. Dazu zählen Calcium-Mangel, fehlgebildete oder verklebte Eier, das Fehlen eines Eiablageplatzes. Auch Stress und ein schlechter Allgemeinzustand können ein Grund sein. Die Symptome bei Legenot ähneln denen bei Verstopfung.

Verdauungsprobleme

Verdauungsprobleme können durch falsches bzw. qualitativ minderwertiges Futter verursacht werden. Häufig ist auch ein Parasitenbefall der Auslöser. Verdauungsprobleme äußern sich durch Durchfall oder ungewöhnlich aussehenden bzw. übelriechenden Kot.

Verstopfung

Das Fressen von Unverdaulichem kann zu einer Verstopfung führen. Diese erkennt man daran, dass das Tier Probleme beim Kotabsetzen hat. Ebenso sind ein harter, geschwollener Bauch ein Anzeichen für Verstopfung. Weitere Symptome sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, ungewöhnliche Trägheit und ähnliche Verhaltensauffälligkeiten.

Häufige Fragen zu Zwergbartagamen

Die folgenden Fragen werden immer wieder gestellt, wenn es um Zwergbartagamen und ihre Haltung als Haustiere geht.

Wie groß wird eine Zwergbartagame?

Zwergbartagamen erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge (KRL) von bis zu 15 Zentimetern. Hinzu kommt der Schwanz, der noch einmal etwa 90 Prozent der Kopf-Rumpf-Länge misst. Insgesamt kommen Exemplare der kleinen Bartagamen-Art somit auf eine Gesamtgröße von bis zu 30 Zentimetern.

Wie groß muss das Terrarium für Zwergbartagamen sein?

Ein ausreichend großes Terrarium ist einer der wichtigsten Punkte für eine möglichst artgerechte Haltung. Für eine einzelne Zwergbartagame sollte das Terrarium im Rahmen der Einzelhaltung über eine Grundfläche von mindestens 120 Zentimeter x 50 Zentimeter (Länge x Breite) verfügen.

Bei der Gruppenhaltung muss das Terrarium noch einmal ein gutes Stück größer sein. Pro zusätzlicher Zwergbartagame sollte die Grundfläche des Terrariums um etwa 15 Prozent vergrößert werden. Ein geeignetes Terrarium für die Gruppenhaltung von Zwergbartagamen sollte somit mindestens 150 Zentimeter x 80 Zentimeter groß sein.

Können Zwergbartagamen einzeln gehalten werden?

Kurz und knapp: Ja! Zwergbartagamen sind in der Natur Einzelgänger, die mit ihren Artgenossen nur zur Paarung aufeinander treffen. Im Anschluss gehen die Reptilien wieder ihrer eigenen Wege. Aus diesem Grund sind Zwergbartagamen ziemlich gut für die Einzelhaltung geeignet.

Gerade Einsteigern raten wir ausdrücklich zur Einzelhaltung, da man dabei deutlich weniger beachten muss. Grundsätzlich ist natürlich auch eine Gruppenhaltung möglich. Hierbei ist die richtige Gruppenzusammensetzung besonders wichtig. Gruppen, die aus einem Männchen und mindestens drei Weibchen bestehen, haben sich in der Praxis bewährt.

Werden Zwergbartagamen zutraulich?

Zwergbartagamen sind ziemlich scheue Tiere, die instinktiv versuchen, vor Bedrohungen zu fliehen. Dieser Instinkt ist bei Zwergbartagamen noch stärker verwurzelt als bei ihren größeren Verwandten, wodurch sie im Vergleich deutlich weniger zutraulich werden.

Fühlen sich Zwergbartagamen bedroht, versuchen sie zunächst einmal zu fliehen. Gelingt dies nicht, beginnen sie mit Drohgebärden und beißen letztendlich auch zu. Die Reptilien werden auch als Haustiere nur begrenzt zahm. Wer ein Haustier zum Hochnehmen oder sogar Kuscheln sucht, sollte folglich lieber Hund oder Katze wählen.

Sind Zwergbartagamen tagaktiv?

Ja, Zwergbartagamen sind tagaktive Tiere. Die Reptilien benötigen zur Produktion des lebenswichtigen Vitamin D3 ausreichend Sonnenlicht und lieben es, sich auf Felsen zu sonnen. Die Nacht verbringen Zwergbartagamen zurückgezogen in einem Unterschlupf, wo sie vor ihren Fressfeinden geschützt sind.

Halten Zwergbartagamen Winterruhe?

Ja, denn auch in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet im Bundesstaat Queensland in Australien gibt es Winter und Sommer mit jeweils unterschiedlichen klimatischen Bedingungen. An diese saisonalen Schwankungen haben sich Zwergbartagamen über Jahrtausende angepasst und dazu gehört eben auch, dass die Reptilien eine etwa 6 bis 12 Wochen andauernde Winterruhe (kein Winterschlaf!) halten.