Bartagamen – Krankheiten

Verhaltensauffälligkeiten, wie Appetitverlust, Inaktivität, veränderte Motorik, Aussehen und Ernährungszustand, sind ein Grund, mit seinen Bartagamen zu einem reptilienkundigen Tierarzt zu fahren. Denn die meisten Krankheiten lassen sich relativ gut heilen – vorausgesetzt, sie sind noch nicht so weit fortgeschritten. Leider neigen Bartagamen von Natur aus dazu, Krankheiten und Schwächen zu verbergen, um bei Fressfeinden nicht als leichte Beute angesehen zu werden.

Inhaltsübersicht

Präventivmaßnahmen

Um einen Parasitenbefall bei Bartagamen frühzeitig zu erkennen und entsprechend behandeln zu können, empfiehlt es sich, den Kot ein- bis zweimal pro Jahr von einem Tierarzt untersuchen zu lassen.

Krankheiten, die durch falsche Haltung begünstigt werden

Bei der Haltung von Bartagamen kann man vieles falsch machen. – Was nicht selten zu Mangelerscheinungen und Krankheiten führt.

Rachitis: Eine zu geringe Vitamin- und Mineralienzufuhr kann eine Rachitis hervorrufen. Diese Mangelerscheinung wirkt sich auf die Struktur der Knochen von Bartagamen aus und macht sich durch ungewöhnliche Bewegungsabläufe, unerklärliche Knochenbrüche, starkes Zittern und eine Deformierung der Extremitäten bemerkbar. Um dieser Krankheit vorzubeugen, sollte generell auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D3 geachtet werden. Neben der Auswahl des richtigen Grünfutters kann auch eine zerraspelte Sepia-Schale im Terrarium sowie die Bestäubung von Futtertieren dieser Stoffwechselerkrankung vorbeugen.

Lungenentzündung: Lungenentzündungen und andere Erkrankungen der Atemwege entstehen dann, wenn Bartagamen Zugluft ausgesetzt sind oder zeitweise an Unterkühlung leiden. Erste Anzeichen für eine Erkrankung der Atemwege sind das häufige Aufsperren des Mauls sowie Ausfluss im Nasenbereich. Manche Bartagamen geben auch seltsame Atemgeräusche von sich. Um diesen Erkrankungen vorzubeugen, sollte man Bartagamen niemals Zugluft aussetzen und darauf achten, dass der Sand im Terrarium nicht zu sehr staubt. Beim Tierarzt werden Lungenentzündungen und andere Atemwegserkrankungen mit Antibiotika behandelt.

Parasitenbefall

Bartagamen, die man bei einem erfahrenen Züchter kauft, sind seltener von Parasiten betroffen als Bartagamen aus dem Zoohandel. Dennoch können sich gelegentlich Parasiten im Magen-Darm-Trakt von Bartagamen einnisten. Ein erster Hinweis auf den Befall mit Trematoden (Saugwürmern), Band- und Fadenwürmern sowie Coccidien ist ein eingeschränkter Bewegungsdrang, Durchfall sowie die Verweigerung von Nahrungsaufnahme.

Um bei Bartagamen einem Parasitenbefall vorzubeugen, sollte man halbjährlich eine Kotuntersuchung auf Parasiten beim Tierarzt durchführen lassen. Kauft man neue Bartagamen, sollten diese zunächst für einige Wochen in Quarantäne gehalten werden. Als Präventivmaßnahme unerlässlich ist natürlich auch das tägliche Entfernen des Kots sowie das regelmäßige Wasserwechseln.

Der Tierarzt behandelt Parasiten, indem er Bartagamen ein speziell auf die jeweiligen Parasiten zugeschnittenes Medikament verabreicht.

Nekrose – Absterbendes Gewebe

Eine Nekrose bei Bartagamen kann man daran erkennen, dass sich die Schwanzspitze oder die Zehen schwarz färben und eintrocknen. Meistens sind Verletzungen an den jeweiligen Stellen für diese Erkrankung verantwortlich. Eine Nekrose kann aber auch dann entstehen, wenn Bartagamen Häutungsschwierigkeiten haben oder das Absterben von Gewebe durch Infektionen in Gang gesetzt wird.

In jedem Fall muss auf eine abwechslungsreiche Ernährung geachtet werden. Denn ein Nährstoffmangel führt bei Bartagamen zu Problemen bei der Häutung. Ebenso wichtig ist, dass die Luftfeuchtigkeit im Terrarium nicht zu stark absinkt. Abhilfe schaffen kann man, indem man das Gehege öfter mal besprüht und eine große Wasserschale in dieses stellt.

Eine Nekrose muss von einem Tierarzt behandelt werden. Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, müssen betroffene Stellen im gesunden Bereich von Bartagamen amputiert werden, um ein Fortschreiten der Nekrose zu verhindern.

Bei welchen Symptomen sollte man zum Tierarzt?

Neben diesen typischen, bei Bartagamen häufiger vorkommenden Erkrankungen, gibt es auch Beschwerden mit unspezifischer Ursache, die einen Besuch beim Tierarzt erforderlich machen. Bartagamen, die unter Verstopfung, Hautirritationen, einem aufgeblähten Bauch, Verfettung und Gleichgewichtsstörungen leiden, sollten schnellstmöglich einem fachkundigen Tierarzt vorgestellt werden. Auch chronische Häutungsprobleme bei Bartagamen sollten von einem Fachmann abgeklärt werden.